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Feuerwehrmatura erfolgreich absolviert

Erstellt von BM d. LFV Robert Ortner am 13.04.2019

„Feuerwehrmatura erfolgreich absolviert“

Der 42. Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen (FLA) in Gold findet im Zweijahres-Rhythmus statt und wurde am Samstag, dem 13. April 2019, in der steierischen Feuerwehrschule in Lebring ausgetragen. Insgesamt 112 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten sich der schwierigen Prüfung.

Großes Aufatmen zumindest für 107 TeilnehmerInnen am Ende des Bewerbstages – nur fünf Teilnehmer haben ihr Ziel nicht erreicht.

In Feuerwehrkreisen wird das „Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold“ (FLA in Gold) oft auch als „Feuerwehr-Matura“ bezeichnet. Nicht zu Unrecht, wenn man sich das Pensum näher anschaut, das bei dieser Einzelprüfung zu erbringen ist. Feuerwehrspezifisches Wissen auf höchstem Niveau ist hier gefragt.

Der Prüfungstag an der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark ist für die Bewerberinnen und Bewerber mehrstufig und mehrstündig ausgelegt. Insgesamt sieben Stationen sind positiv zu meistern, wobei dem Teilnehmerfeld umfangreiches Fachwissen in den Bereichen Ausbildung in der Feuerwehr, Berechnen-Ermitteln- Entscheiden, Brandschutzplan, Fragen aus dem Feuerwehrwesen, Führungsverfahren und Verhalten vor der Gruppe (Exerzieren) vom Bewerterstab abverlangt wird. Daher zählt das FLA in Gold unbestritten zu den anspruchsvollsten und schwersten Prüfungen – manche sagen sogar, es sei die schwerste Prüfung überhaupt.

118 Feuerwehrmitglieder haben sich im Vorfeld zur Prüfung um das FLA in Gold angemeldet. Am Bewerbstag angetreten sind schließlich 112 Feuerwehrmitglieder, davon fünf Feuerwehrkameradinnen.

Fünf Feuerwehrmitglieder haben ihr Ziel beim 42. Bewerb um das FLA Gold bedauerlicherweise nicht erreicht.

 

Zwei Landessieger

Den Landessieg holten sich ex aequo LM Marco Adler von der Freiwilligen Feuerwehr Laßnitzhöhe (BFV Graz-Umgebung) und LM Johannes Hofer von der Freiwilligen Feuerwehr Breitenau am Hochlantsch (BFV Bruck/Mur), jeweils mit 187 Punkten und 48 Zeitgutpunkten. Auf dem dritten Rang folgte ihnen OBI Frederik Harkam von der FF St. Josef i.d. Weststmk. (BFV Deutschlandsberg; 186 Punkte, 58 Zeitgutpunkte).

 

Hervorragende Leistungen

Am Ende des Prüfungstages freuten sich Bewerbsleiter Oberbrandrat Manfred Harrer und sein Stellvertreter Oberbrandrat Christian Leitgeb über die hervorragenden Leistungen der Kameradinnen und Kameraden. „Um den Bewerb um das FLA in Gold überhaupt erfolgreich bestehen zu können, wird dem Teilnehmerfeld eine wirklich sorgfältige Prüfungsvorbereitung abverlangt“, bestätigen beide übereinstimmend. „Diese zieht sich meist über mehrere Wochen hinweg und beinhaltet neben der persönlichen Lern- und Vorbereitungsphase auch die im Landesfeuerwehrverband bzw. in der Feuerwehrschule sowie die in den einzelnen  Bereichsfeuerwehrverbänden angebotenen Übungseinheiten, wo auf die Stationsaufgaben intensiv eingegangen wird“, ergänzen die beiden Bewerbsleiter abschließend.

 

Das Aufgabenspektrum

Löschwasserberechnungen gehören ebenso zum Prüfungsportfolio, wie Fragen zum einsatztaktisch richtigen Vorgehen bei Technischen Einsätzen bzw. bei Brandeinsätzen. Im Bereich der Brandschutzpläne sind von den PrüfungskandidatInnen entsprechende Symbole zu finden, korrekt zuzuordnen sowie deren Auswirkungen im Hinblick auf einen Feuerwehreinsatz zu erklären, wie z.B. spezielle Brandgefahren. Weiterführend ist sowohl das Formulieren und Geben von Befehlen als auch das Verhalten vor der Gruppe prüfungsrelevant. Dazu treten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum so sogenannten „Formalexerzieren“ im Übungshof der Feuerwehrschule an. Theoretisches Wissen – zu einem aus mehreren Hundert Fragen bestehenden Katalog – in Bezug auf das Feuerwehrwesen sowie die Prüfungsstation „Ausbildung in der Feuerwehr“ mit lernpsychologischen und didaktischen Hintergründen runden das umfangreiche Aufgabenspektrum bei diesem Einzelbewerb ab.

Abgenommen wurde die Prüfung von einem 58-köpfigen Bewerterstab, welcher auch für einen fairen und reibungslosen Ablauf des Prüfungstages sorgte.

Sowohl Bewerbsleiter OBR Manfred Harrer als auch sein Stellvertreter OBR Christian Leitgeb sehen die so genannte „Feuerwehr-Matura“ als „absoluten Mehrwert im Ausbildungsbereich, sowohl für das Mitglied selbst, als auch für die Feuerwehr wo das Mitglied tätig ist“, da die Prüfungsinhalte beim FLA-Gold intensiv auf Praxis, Aktualität und Einsatznähe abgestimmt sind.

 

Schlusskundgebung mit Siegerverkündigung

Bewerbsleiter OBR Manfred Harrer konnte zur Schlusskundgebung mit Siegerverkündigung zahlreiche Ehrengäste bzw. Bereichsfeuerwehrkommandanten und Bereichsfeuerwehrkommandanten-Stellvertreter begrüßen.

An deren Spitze standen die Abgeordnete zum Landtag Steiermark Mag.a Bernadette Kerschler, Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried und sein Stellvertreter LBDS Erwin Grangl, der Leiter der Abteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung Hofrat Mag. Harald Eitner sowie viele weitere hochrangige Feuerwehroffiziere mit Referatsleiter LFR Helmut Lanz an der Spitze.

In den Grußadressen wurde den Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden für die hohe Bereitschaft sich dieser herausfordernden Prüfung zu unterwerfen gedankt und zu den erbrachten Leistungen bzw. zur bestandenen „Feuerwehr-Matura“ gratuliert.

Ergebnisliste 42. Bewerb um das FLA in Gold

Fotodownload über Flickr


Text und Fotos: Thomas Meier, Robert Ortner und Franz Fink


 

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