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Seminar Feuerwehrgeschichte 2019 - Mobilität und Fahrzeug

Erstellt von BM d. LFV Robert Ortner am 10.04.2019

Mobilität und Fahrzeug

Für das 6. Feuerwehrgeschichte-Seminar am 23. März 2019 fungierte die Feuerwehr- und Zivilschutzschule in Lebring wieder als hervorragender Gastgeber. Heuer waren Mobilität und Motorisierung das Thema des Kurses. 45 Teilnehmer, unter ihnen auch die Geschichtsbeauftragten aus dem Burgenland und Kärnten, HBI Dr. Karl Gruber und EBR Ing. Dieter Insam, nahmen daran teil.

Nach einem Kurzbericht des LSOB für Feuerwehrgeschichte und Dokumentation über dieses Sachgebiet informierte er über grundlegende Fragen zur Motorisierung und deren elementaren Entwicklungen. LFI BFR Michael Miggitsch referierte über die Notwendigkeit der Fahrzeugrichtlinien und deren Einführung sowie über die unterschiedlichen Vorstellungen der Feuerwehren und öffentlicher Stellen. Verständlicherweise war wegen der Fülle der Fahrzeugtypen und Konzepte nur eine Übersichtsdarstellung möglich, die sehr anschaulich und leicht nachvollziehbar vermittelt wurde.

Nach der Pause sprach OBI d.V. Mag. Florian Hell, Bereichsbeauftragter des BFV Bruck/Mur, über die Bedeutung von Nachforschungen, um die Geschichte eines historischen Fahrzeuges erfahren zu können. „Recherche lohnt sich – Quellenstudie anhand des Austro-Daimler ADFK der FF Bruck/Mur“, lautete der Titel seines Vortrags. Aufgrund von Gesprächen mit Experten und weiteren Erkundungen konnte er sich der Geschichte dieses einzigartigen Autos annähern und „Legenden“, die sich um das Auto ranken, teilweise bestätigen beziehungsweise widerlegen.

Hofrat Dr. Friedrich Bouvier referierte unter dem Titel „Freunde – Freude – Feuerwehr. Erlebnisse mit einem Feuerwehr-Oldtimer“. Der ehemalige Landeskonservator der Steiermark hatte gemeinsam mit Freunden ein Mercedes-Feuerwehrauto, Baujahr 1941, erstanden, mit dem sie Ausfahrten durchführten. Kurzfilme und mitunter humorvolle Geschichten untermalten diese und die späteren Restaurierungsarbeiten dieses Fahrzeuges, das sich mittlerweile im Feuerwehrmuseum Groß St. Florian befindet. Der Vortrag zeigte, wie wichtig Freude und der persönliche Bezug zu Oldtimern für deren Erhaltung ist.

Über den „Erhalt von technischem Kulturgut“ sprach LM d.V. Mag.a Katrin Knaß-Roßmann, eine der Leiterinnen des genannten Feuerwehrmuseums und Kuratorin seiner Feuerwehrsammlung. Sie unterstrich, wie notwendig und wichtig der Erhalt des technischen Kulturgutes generell ist und welche Schwierigkeiten damit verbunden sind: die Fülle des Materials, die Wartung der Geräte, Erhalt des Wissens über die entsprechende Bedienung, denn Fahrzeuge sollen auch bewegt werden. Das Publikum zeigt hohes Interesse, doch allein der Platzbedarf dafür ist sehr hoch und stellt die Museen diesbezüglich vor große Probleme.

Am Nachmittag stellte HBI Markus Hubmann, FF Fernitz, den Austro-Fiat D 3 Baujahr 1915 vor. Die Feuerwehr hatte ihn schon einmal verkauft, beziehungsweise in Anzahlung für ein neues Fahrzeug gegeben. Durch Rückkauf kam er wieder in den Besitz der Feuerwehr, die ihn nun mit gerechtfertigtem Stolz präsentiert. Das Auto ist auch als historisches Feuerwehrfahrzeug CTIF zertifiziert. Das heißt, er ist in seinem Originalzustand erhalten, was ihn besonders interessant und wertvoll macht. Großer Dank gebührt HBI Hubmann und seinen Mannen, dass sie das Auto kostenfrei zum Kurs brachten.

HBM Ferdinand Molzer, Leiter der Werkstätte für historische Feuerwehrfahrzeuge der BF Wien, erklärte anhand des Austro-Fiat die CTIF-Zertifizierung historischer Feuerwehrfahrzeuge, bevor er über „Alternative Fahrzeugantriebe“ sprach. Zu Beginn der Motorisierung gab es erhebliche Bedenken bezüglich des Einsatzes von Kraftstoffmotoren. Viele hatten Bedenken bezüglich der Entzündungsgefahr während des Brandeinsatzes. Deshalb wurden auch Feuerwehrautos mit Elektroantrieb gebaut. Ein solches hatte auch die BF Wien. HBM Molzer berichtete darüber und über die entsprechenden Restaurierungen, sodass es wieder „einsatzbereit“ ist – immer gerne gesehen bei feuerwehrhistorischen Veranstaltungen.

„Der Korso – eine Schlange historischer Feuerwehrfahrzeuge“, lautete der Titel des Vortrags von FT Michael Maicovski, Bereichsbeauftragter des BFV Graz. Aus seiner umfangreichen Erfahrung heraus berichtete er über die Organisation, Zusammenstellung und Durchführung von Feuerwehrauto-Korsos sowie die Schau solcher Fahrzeuge. In seinem Referat ging er speziell auf praktische Hinweise ein und informierte anhand von Bild- und Filmmaterial auch über Gefahren und Probleme, die im Rahmen solcher Veranstaltungen auftreten können.

Vor der Pause begrüßte der Schulleiter, OBR d. LFV DI (FH) Gerhard Grain, den Kurs. Er informierte sich über den Fortgang desselben und überbrachte Grüße des Landesfeuerwehrkommandanten, LBD Reinhard Leichtfried. In dessen Auftrag zeichnete er HBM Ferdinand Molzer (BF Wien) mit dem Verdienstzeichen I. Stufe des LFV Steiermark aus, welches dieser völlig überrascht, aber mit großer Freude entgegennahm. OBI d.V. Mag. Hell wies in der von ihm verfassten Laudatio auf die vielfachen unterstützenden Tätigkeiten Molzers hin, die er für das Feuerwehrwesen in der Steiermark ohne jemals etwas zu verlangen, erbracht hatte: egal ob auf Bereichsebene, für den Landesverband oder bei Kursen. Immer, wenn etwas gebraucht wurde, war er helfend zur Stelle. 

Den Abschluss bildete eine Diskussion, die von Mag. Hell in bekannt bewährter Weise geleitet wurde. Einzelne Fragen wurden weiter vertieft, andere Punkte vernetzt in eine Gesamtsicht gestellt. Es war gleichzeitig auch eine Zusammenfassung und dadurch ein runder Schluss des Seminars.

Allen genannten Vortragenden und Teilnehmern sei für ihre Beteiligung herzlichst gedankt. Großer Dank gebührt auch allen, die an der Vorbereitung mitgewirkt haben, dem Sachbearbeiter für Feuerwehrgeschichte BM d. LFV Robert Ortner, dem zuständigen Ausbildungsoffizier BI d LFV Ing. Markus Plösch und der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark.

Fotos:

Mag. Hannes Pokorn

Bericht:

Mag. Max Aufischer, BR d.V.

LSOB f. Feuerwehrgeschichte und Dokumentation des LFV Steiermark

 

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